Black-Hat-SEO und White-Hat-SEO

Black-Hat-SEO und White-Hat-SEO

1.) Allgemeines über die beiden SEO-Arten
Im Online Marketing unterscheidet man im Allgemeinen zwischen zwei Vorgehensweisen , sehr unterschiedlich sind und deshalb voneinander zu trennen sind: Black Hat SEO und White Hat SEO. Diese haben entscheidenden Einfluss auf Ergebnisse und langfristigen Website-Erfolg. Es ist sehr wichtig, sich gut zu informieren, welche SEO-Maßnahmen man nutzen möchte, bzw. welche die Agentur, die man beauftragt, anbietet. Mit Black Hat SEO kommt man zwar eventuell schneller zu Ergebnissen, jedoch ist das Risiko, eine Google Penalty zu erhalten, sehr hoch. Entscheiden Sie sich bei Ihrer SEO Maßnahme für eine White Hat SEO, können die Erfolge zwar in manchen Fällen erst etwas später eintreffen, sind dafür dann aber konstant und Google belohnt Sie für die Entscheidung. Falls Sie sich nun außerdem noch fragen, woher eigentlich die Begriffe „White Hat“ und „Black Hat“ vor dem SEO kommen, so kann man die Antwort in verschiedenen Bereichen finden. Manche leiten es aus den alten Westernfilmen ab. Der gute Cowboy trägt den weißen (white hat), der böse den schwarzen (black hat) Hut. Manche führen die Bezeichnungen jedoch auch auf “schwarzen Magier” oder “Mafiosi” zurück.

2.) Black Hat SEO
Kurz und knapp definiert bezeichnet Black-Hat-SEO Prozesse der Suchmaschinenoptimierung, die eine Verletzung der Suchmaschinen-Richtlinien bewusst in Kauf nehmen. Grundsätzlich zielt eine Suchmaschinenoptimierung auf das bessere Ranking der eigene Webseite in den organischen Suchergebnissen ab, um so einen besseren PageRank zu erhalten und mehr Traffic zu erzeugen. „Black-Hat-SEO“, dass aus dem Englischen stammt und frei übersetzt „Schwarzer-Hut-Suchmaschinen-Optimierung“ bedeutet, ist hier sozusagen die „schwarze“ Variante, um gut abzuschneiden. Black Hat SEO umschließt nämlich jede Vorgehensweise im Bezug auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO), bei der Verletzungen der Richtlinien von den Suchmaschinenbetreibern (Google, Bing, etc.) eingegangen werden, um ein besseres Ranking in der Ergebnisliste zu erzielen. Es stellt quasi eine Art Übertreibung von Anstrengungen dar und setzt intensive Spam-Praktiken und Techniken ein, um zum schnellen Erfolg zu gelangen.

2.1) Die Strategien von „Black Hat SEO“
„Black Hat SEO“ wird durch die Anwendung diverser Strategien ausgeführt. Einige wichtige sind im Folgenden aufgelistet und kurz erklärt:
a) Doorways-Pages
Doorway-Pages sind Internetseiten, die für die verschiedenen Suchmaschinen optimiert, aber für den User nicht sichtbar sind. Übersetzt bedeutet Doorway-Page so viel wie Brückenseite. Nutzer sprechen hier auch von Gateway,- Bridge-, oder auch Entry-Seiten. Das Ziel von Doorway-Pages ist es, die eigentliche Website höher in den Suchmaschinen ranken zu lassen. Eine Doorways-Page wird speziell für Suchmaschinen optimiert, bleibt für User verborgen und funktioniert im Rahmen einer User-Suchanfrage lediglich als Zwischenseite, da sie ihn sofort auf die eigentliche Website weiterleitet. Die Zwischenseiten sind zumeist fast ausschließlich mit speziellen Schlüsselwörtern gefüllt, unter denen die eigentliche Online-Präsenz gerankt werden soll. Die Link-Popularität einer Webseite wird durch diese Vorgehensweise gesteigert. Hierdurch wird sie innerhalb der Ergebnisliste der Suchmaschinen-Anfrage höher gelistet und so mit großer Wahrscheinlichkeit auch von mehreren Usern besucht.
b) Russen-Link
Ein sogenannter Russen-Link ist ein Begriff für günstige, im Ausland eingekaufte Links, mit denen die Suchmaschinenergebnisse einer Seite verbessert werden. Der Begriff leitet sich davon ab, dass verschiedene Webseiten in der Vergangenheit zur eigenen Suchmaschinenoptimierung (SEO) günstig im Ausland Links eingekauft haben. Diese stammten überwiegend aus Russland und wurden zur Steigerung der Link-Popularität einer Domain verwendet.
c) Cloaking / Weiterleitung
Cloaking ist eine Art Weiterleitung von Suchmaschinen-Crawlern auf andere, speziell veränderte Internetseiten. Der Begriff stammt aus dem Englischen und leitet sich von „Deckmantel“, was so viel heißt wie „cloak“, ab. Webseiten-Betreiber bieten Besuchern und Suchmaschinen hierbei unter gleicher URL zwei verschiedene Inhalte an. Es kommt zur Anwendung, wenn Indizierung und Ranking einer Website innerhalb von Suchmaschinen verbessert werden soll. Indizierung einer Internetseite läuft hauptsächlich anhand der Texte. Seiten werden je nach Dichte der Suchbegriffe gerankt, was bedeutet, dass im Rahmen von Cloaking die Seite, die über einen Suchmaschinen-Crawler aufgerufen wird, viel mehr Text beinhaltet und durch die höhere Anzahl von Suchbegriffen stärker für Suchmaschinen optimiert ist.

2.2) Konsequenzen für Black Hat SEO
Nochmals kurz zusammengefasst, ein Black Hat SEO ist also ein Suchmaschinenoptimierer, der für gutes Ranking Tricks benutzt, die nicht erlaubt sind. Suchmaschinenoptimierer, die sich an die Richtlinien halten, sind das Gegenteil und werden White-Hat-SEO genannt. Wenn man erwischt wird, reagieren die Suchmaschinen auf Methoden, die die Richtlinien verletzen, mit Penalty-Updates. Diese strafen automatisiert die gecrawlten Seiten ab. Durch die Sanktionen kann es bis zu einem Ausschluss aus dem Index kommen. Bei der Methode, bei der Links gekauft werden, wird der Käufer meist mit einem starken Rankingabfall (Ranking-Penalty) bestraft. Je nach Schwere kann es auch zu einem Ausschluss aus dem Indezx führen. Link-Kauf, Link-Miete und Link-Verkauf sind nach den Richtlinien verboten und werden bestraft. Es lohnt sich daher nicht, viel Geld für Links auszugeben, die von jüngeren Domains kommen. Meist haben diese einen schlechten Pagerank und keine Themen-Gemeinsamkeit und kommen aus dem Ausland (s.o. „Russen-Links“). Solche Links sind auf kurze oder lange Zeit schädlich für das Ranking. Außerdem erkennt Google mit der Zeit ein unnatürliches Link-Wachstum und überprüft, ob es sich um qualitative Links mit Bezug handelt. Wenn Google einen Link-Verkäufer entdeckt hat, kann es sein, dass die Käufer der Links ebenfalls im Ranking abfallen. Vom Link-Kauf ist somit also abzuraten.

2.3 ) Fazit
Für eine Webseite mit gutem Content ist Black Hat SEO völlig unnötig, da ein gutes Link-Building auch eine gewisse Zeit benötigt. Google z.B. geht sehr strikt gegen illegale Methoden vor. Das sogenannte „Panda Update“ und „Penguin Update“ sind auf eine Abstrafung solcher Techniken bzw. Seiten fokusiert. Der Algorithmus überwacht besonders Duplicate Content und Linkspamming. Eine Abstrafung bzw. die Streichung aus dem Google Index wiegen definitiv deutlich schwerer als ein kurzzeitiges, gutes Ranking mittels illegaler Methoden. Google arbeitet ständig daran, seinen Algorithmus zu verbessern und entdeckt früher oder später jeden Black Hat SEO Betreiber. Manchmal ist der Übergang zwischen erlaubten und nicht erlaubten Methoden fast fließend, was oft Grey Hat SEO genannt wird.

3.) White Hat SEO
„White Hat SEO“ steht im Gegensatz zu Black Hat SEO und bezeichnet Suchmaschinenoptimierungen, die die Richtlinien von Suchmaschinen einhalten. Sie halten grundsätzlich Abstand von den oben aufgeführten und allen weiteren Black Hat SEO Maßnahmen. Sie richten sich also voll und ganz nach den Richtlinien der Suchmaschinenbetreiber. White Hat SEO kommt zur Anwendung, wenn für Internetseiten nachhaltig und langfristig mehr Traffic und mehr Sichtbarkeit erzeugt werden soll.
Beim White Hat SEO werden über natürliches Linkbildung und über qualitativ hochwertige Inhalte die Suchmaschinen-Richtlinien ohne Mühe eingehalten. Ein Nachteil hierbei ist der relativ kleine Handlungsspielraum. Dieser führt dazu, dass viele Online-Marketer mit ihren SEO-Tätigkeiten doch oftmals in den, oben zuletzt angesprochenen, sogenannten Grey-Hat-SEO Bereich rutschen.

3.1) Die Strategien von „White Hat SEO“
a) Hochwertiger Content
Bei der White Hat Optimierung setzen Internetseiten, die gefunden werden wollen, auf qualitativ hochwertigen Inhalt. Bietet dieser einen Mehrwert, steigt die Themenrelevanz und die Seite wird insgesamt besser gewertet.
b) Natürlicher Linkaufbau
Die Qualität eines Inhalts spielt natürlich auch bei der Generierung neuer Links eine bedeutende Rolle. Webmaster verlinken meist nur Seiten, die einen Mehrwert bieten und themenrelevant sind. White Hat SEO hält nichts von unnatürlichem Linkbuilding. Weil Inhalte in der Realität nur sehr selten ohne Hilfsmittel einfach so gefunden und verlinkt werden, wird dieser Punkt oft kritisiert.
c) Onpage-Optimierung
Die bisher genannten Methoden sind für den Nutzer sichtbar. Es gibt allerdings auch noch weitere Möglichkeiten der Optimierung, deren Umsetzung auf der Website stattfindet. Optimierungen der Seitennavigation beispielsweise, oder sinnvoll strukturierte URLs tragen auch dazu bei, dass das Projekt besser gerankt wird.

3.2) Konsequenzen für White Hat SEO
White Hat SEO ist nicht nur rechtlich sicher, sondern gilt auch als „ethisch vertretbar“. Es genießt dementsprechend einen sehr guten Ruf und wird von den Internetnutzern als positiv und vertrauenswürdig bewertet.

3.3) Fazit
Prinzipiell kann man mit Sicherheit sagen, dass ein Seitenbetreiber, der seine Rankingergebnisse fair, ehrlich und auf erlaubte Weise verbessern will, mit beruhigten Gewissen auf die Methoden der White Hat SEO zurückgreifen sollte. Natürlich sind es Nachteile, dass Seitenbetreiber,die sich ausschließlich auf die erlaubten Methoden der White Hat SEO beschränken, früher oder später, vor allem bei den Offpage-Methoden und beim Linkaufbau, an ihre Grenzen stoßen, aber White Hat SEO ist nicht nur, wie oben erwähnt, rechtlich unbedenklich, ethisch korrekt und sicher, sondern verleiht dem Seitenbetreiber auch die Sicherheit, dass Google oder andere Suchmaschinen ihn nicht bestrafen. Leider ist man hierbei aber der Machtlosigkeit gegenüber der Konkurrenz ausgeliefert, die andere, nicht legitime Methoden nutzt und vielleicht doch einen Weg gefunden hat, der Suchmaschinen-Überwachung zu entgehen.

4.) Weitere Möglichkeiten, Backlinks aufzubauen
Es gibt viele verschiedene, weitere, Möglichkeiten, um effektiv Linkbuilding zu betreiben. Einige davon sind RoundUp-Artikel, Social Media Profile, Gewinnspiele, Eigene Websites, Verzeichnisse, Blog-Kommentare, oder Interviews und einige weitere Optionen. Als extrem erfolgreich beim Aufbau von Backlinks gelten die erstgenannten RoundUp-Artikel. Weitere Möglichkeiten sind Forenlinks, Gastbeiträge, Blog Kommentar, Local SEO und Branchenverzeichnisse.

4.1) Forenlinks
Forenlinks sind Verweise aus Foren oder Q&A-Portalen mittels Hyperlinks zu externen Webseiten. Durch sie wird eine Steigerung der Linkpopularität, als auch direkten Traffic über Referals (Hyperlinks) erzeugt. Bei dieser Anwendung werden Links im Fließtext der Antworten oder in den Signaturen der Nutzer gepostet, um auf die eigene Internetseite aufmerksam zu machen. Forenlinks werden ab und an kritisch betrachtet, da diese als Schleichwerbung eingestuft werden können.

4.2) Linkbuilding in Gastbeiträge
Ein Gastbeitrag, oder auch Gastartikel genannt, versteht man einen, vom Webmaster (oder einem seiner Texter) geschrieben und auf externen Blog veröffentlichten Artikel. Das Verfassen von Gastbeiträgen ist eine gute Möglichkeit, um neue Backlinks, Linkbuilding und Traffic zu generieren sowie neue Zielgruppen anzusprechen.

4.3) Linkbuilding in Blog Kommentare
Auch beim Kommentieren unter Blogs kann man die Chance nutzen, und Backlinks zu seiner eigenen Seite einbauen. Allerdings sollte man hier achten, dass man nicht zu viel davon postet, da man sonst einem Spam-Filter zum Opfer fallen könnte. Auf einigen Seiten kann man auch ganz einfach Blog Kommentare kaufen. Hier wird die Arbeit des Linkbuilding dann für einen erledigt.

4.4) Local-SEO
Local-SEO ist die lokale Suchmaschinenoptimierung. Sie spielt für regionale Unternehmen, vor allem mit stationären Ladengeschäften, eine wichtige Rolle. Sie sollte in der allgemeinen SEO Strategie unbedingt berücksichtigt werden. Vor allem auch im Zusammenspiel mit Branchenverzeichnissen ist sie sehr wichtig.

4.5) Branchenverzeichnisse
Wie bereits erwähnt, sind Eintragungen in Firmenverzeichnisse und Branchenbücher für das Local-CEO sehr wichtig. Die Firmennennungen helfen Suchmaschinen zu erkennen, ob es sich bei deinem Unternehmen, um ein wirklich existierende Firmen handelt. Wenn alles übereinstimmt, kann es sein, dass die entsprechende Seite sehr gut gerankt wird. Auch hier bietet sich die Möglichkeit, dass man sich Branchenverzeichnisse kaufen kann.

5.) Fazit über Black / White Hat SEO und übers Linkbuilding
Das Ziel beim Linkbuilding ist es, die Erhöhung der Anzahl von qualitativen Backlinks absichtlich herbeizuführen. Diese verweisen dann auf die eigene Website. Der Linkaufbau kann durch konventioneller Strategien sowie durch die Ergreifung „kreativer” Maßnahmen erzeugt werden. White Hat SEO und Black Hat SEO spielen dabei eine wichtige Rolle. Zwei verschiedene Maßnahmen – die eine sauber und legal, jedoch mit vielen Einschränkungen und Benachteiligung gegenüber denen, die Black Hat SEO illegal und mit der Gefahr, erwischt zu werden, betreiben. Bei White Hat SEO ist langsamer, aber stetig wachsender und sicherer Erfolg zu verbuchen, bei Black Hat SEO geht es schneller, effektiver aber auch mit der Gefahr, von Suchmaschinen erwischt und aus dem Index geworfen zu werden. Für welche dieser Möglichkeiten man sich am Ende entscheidet, muss man selbst wissen. Wie auch in vielen anderen Bereichen haben beide Möglichkeiten ihre Vor- und Nachteile.